1. Jänner 2017
Krach im Hause Gott

Zum Stück
KRACH im HAUSE GOTT / UA 1994 im Rahmen der Bregenzer Festspiele
Gott Vater ist seiner Schöpfung, der Menschheit, überdrüssig und will sie vernichten. Er ruft Jesus den Sohn, den Heiligen Geist und Satan zusammen um im letzten Gericht über die Zukunft der Menschheit zu verhandeln. Bevor die Verhandlung allerdings ernsthaft beginnen kann, verstricken sich die vier grundverschiedenen Charaktere in recht irdisch-menschlich anmutenden Konflikten und persönlichen Beleidigungen. Da wird nach dem Sinn vom Opfer des Menschensohns gefragt, der Schuldige gesucht, über den freien Willen diskutiert und auf den anderen herabgeschaut, weil er ein Mensch aus Fleisch und Blut mit Gefühlen und Tränen ist, bzw. weil er ein Geistwesen ohne all diese Erfahrungen ist.
Satan, der neben dem Sohn gekommen ist, um für die Menschen zu sprechen, konfrontiert Gott mit der Aussage, dass er die Menschen nach seinem Abbild geschaffen hat, und bringt ihn schließlich dazu, vor seiner Macht zu kapitulieren. In dem Moment, in dem der Sohn äußert, dass sie versagt haben und es nicht gerecht ist, das Ebenbild zu töten, erscheint die Muttergottes und rückt das göttliche Gefüge und die Menschheit in ein ganz neues Licht. Sie erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht, klärt auf, dass der Heilige Geist einst weiblich war, aber so wie die Himmelskönigin, die Göttin, verbannt wurde, da Gott keine gleichwertige weibliche Kraft neben sich dulden konnte. Es ergibt sich eine Diskussion über Männlich und Weiblich im Himmel und auf Erden und die Frage nach der Vernichtung der Menschheit wird zunächst vertagt.
Felix Mitterers "komödiantisches Mysterium" bietet einen kritischen und – mit viel Wortwitz und Charme angereichert – auch sehr humorvollen Blick auf Kirche, Glauben und Machtverhältnisse.
Das Team
Felix Mitterer
Buch
Wolfgang Dorfner
Regie
Gunnar Bressnik
Bühne
Kerstin Kaseder
Bühnenbild / Ausstattung
Wolfgang Dorfner, Alexander Morgenroth
Grafik
Robert Banfic
Foto
Sonja Huber
Maske
Wolfgang Dorfner, Robert Ortner
Gesamtkonzept