1. Juli 2018

    Der Bockerer

    Der Bockerer

    Das Bühnenstück wurde als "tragische Posse" am 2. Oktober 1948 an der Scala in Wien uraufgeführt. Es feierte über den deutschen Sprachraum hinaus große Erfolge. Auch in Peking und Shanghai wurde das Stück aufgeführt.


    Erstmals verfilmt wurde das Theaterstück als Fernsehspiel des österreichischen Rundfunks, die Erstausstrahlung erfolgte am 26. Jänner 1963. Die Titelrolle spielte Fritz Muliar.


    Berühmt wurde das Stück dann in der gleichnamigen Filmreihe Der Bockerer von Franz Antel. Es handelt als Fortsetzung des originalen Schauspiels von der Geschichte Österreichs. Hauptdarsteller ist der österreichische Schauspieler Karl Merkatz. Der erste Teil der Film-Reihe basiert auf dem Theaterstück von Becher und Preses, einzelne Szenen wurden von H. C. Artmann ergänzt. Die weiteren Verfilmungen haben mit dem ursprünglichen Theaterstück nichts mehr zu tun. Das Bühnenstück "Der Bockerer" wurde in der Filmversion von Franz Antel für die Oscar-Nominierung vorgeschlagen.


    Die Autoren


    Der aufstrebende Schriftsteller Ulrich Becher (geb. 02.01.1910 in Berlin) wird durch die Machteinsetzung Hitlers am 30. Januar 1933 zu einem „Niemand". Er flieht aus Deutschland und durchstreift unstet das noch freie Europa. Erst nach und nach begreifen Eltern und Sohn die Situation - dass es nun ums nackte Überleben geht, nicht um eine literarische Karriere. Letztlich bleibt Becher und seiner Frau Dana, Tochter von Alexander Roda Roda, nur die Flucht nach Brasilien. 1944 gelingt die Weiteremigration nach New York. Hier schreibt er mit dem Wiener Schauspieler Peter Preses die tragische Posse „Der Bockerer". 1948 kehrte Becher zur Uraufführung des „Bockerer" nach Wien zurück. Er lebte in Österreich, Deutschland und der Schweiz, seit 1954 überwiegend in Basel. Dort verstarb Ulrich Becher am 15. April 1990.


    Peter Preses, geb 29.10.1907, war ein in Wien hochgeschätzter Schauspieler. Sicher ist, dass sich Preses seit 1934 durch Satire und Kabarett aktiv am Widerstand gegen das Nazidenken engagierte. 1938 emigrierte er nach England. 1939 trat er dort im neu gegründeten Exilkabarett „Laterndl" auf. 1946 aus der Emigration zurück, wirkte er anderthalb Jahrzehnte am Theater in der Josefsstadt in Wien. Er starb am 10.07.1961.


    Inhalt


    Karl Bockerer ist niemand besonderes. Er betreibt in Wien eine Fleischerei, ist dem Alkohol nicht abgeneigt und spielt gern Karten. Geboren ist er im gleichen Jahr, sogar am gleichen Tag, wie ein bestimmter Politiker aus Braunau, was ihn aber herzlich wenig kümmert.


    Fleischhauer Karl Bockerer schert sich wenig um Politik. In seiner Jugend gabs den Kaiser, dann kam die Republik, der Ständestaat...und den Braunen aus Braunau wird man auch überleben, so sein Credo. Aber nach dem Anschluss an Deutschland beginnt es ungemütlich zu werden und er muss feststellen, dass der Nationalsozialismus seine beschauliche Welt gehörig ins Wanken bringt und seine giftige Saat mitten in seine Familie trägt. Der Sohn wird Mitglied der SA, die Gattin gefällt sich als glühende Hitlerverehrerin. Spätestens als sein jüdischer Freund und Tarockpartner Dr. Rosenblatt angesichts der wachsenden Repressalien nach Amerika emigriert, beginnt er auf seine Art zu handeln: mit einer Mischung aus Naivität, Humor und Schwejkscher Bauernschläue wehrt er sich.


    Er kämpft nicht mit der Waffe in der Hand, aber die Aufrichtigkeit seiner antifaschistischen Äußerungen kommt gefährlichen Bomben nahe. Auf den zuständigen Ämtern hält man den Bockerer für einen Trottel, so kann er trotz der vielen Anzeigen und Beschwerden gegen ihn immer wieder der Justiz entgehen.


    Durch den Tod seines einzigen Sohnes an der Front, verliert auch Frau Bockerer ihren Glauben an das Regime. Als der Krieg endlich vorbei ist, ziehen die Siegermächte in Wien ein. Unter den amerikanischen Besetzungssoldaten ist auch der emigrierte Freund Rosenblatt. Er kommt wie vor Jahren zur gewohnten Zeit zum Tarock. Herr Bockerer hat zumindest äußerlich seine alte Welt erhalten.


    Trotz allen Widrigkeiten und Wirrungen der Zeit behält der Bockerer seinen Verstand, seinen Humor und seine Schlagfertigkeit - und leistet damit passiven Widerstand gegen das „Tausendjährige Reich".


    Kritiken


    Karl Bockerer, das ist wahr, ist keiner, der den großen politischen 'Durchblick' hat, er ist kein Überzeugungstäter, kein Widerstandskämpfer, kein Antifaschist. Dennoch: Bockerers Querschädligkeit, seine Schlitzohrigkeit haben Charakter, haben politische Kraft. (Theater heute)

    Bockerer hat Herz und Mundwerk am rechten Fleck. Er schert sich einen Dreck um die Meinung der Leute und zeigt, wie unheldisch und im Kleinen Widerstand beginnt. (Frankfurter Rundschau)

    Der Bockerer ist ein saftiges Volksstück mit pointierten Dialogen und glänzend gezeichneten Typen. (SZ)




    Boris SchummBoris Schumm in Rolle

    Boris Schumm

    Karl Bockerer, Fleischermeister

    Gabriele PointnerGabriele Pointner in Rolle

    Gabriele Pointner

    Sabine Bockerer, Binerl / Frau von Karl

    Helmut StonigHelmut Stonig in Rolle

    Helmut Stonig

    Hansi Bockerer, Sohn von Karl

    Hans Peter LuiblHans Peter Luibl in Rolle

    Hans Peter Luibl

    Hatzinger, Pensionist

    Gerhard KasingerGerhard Kasinger in Rolle

    Gerhard Kasinger

    Dr. Rosenblatt, Jüdischer Rechtsanwalt

    Hans DzuganHans Dzugan in Rolle

    Hans Dzugan

    Rayonsinspektor Guritsch / Herr Blau, Jude

    Dita SommerauerDita Sommerauer in Rolle

    Dita Sommerauer

    Elisabeth, Freundin von Hansi

    Svenja AuerSvenja Auer in Rolle

    Svenja Auer

    Ferdinand Gstettner, SS Mann

    Martina FischerMartina Fischer in Rolle

    Martina Fischer

    Zweiter SS-Mann

    Günter GatterbauerGünter Gatterbauer in Rolle

    Günter Gatterbauer

    Hermann, Widerstandskämpfer

    Jennifer KastingerJennifer Kastinger in Rolle

    Jennifer Kastinger

    Frau von Hermann

    Rico GrunertRico Grunert in Rolle

    Rico Grunert

    Berliner Parteigenosse / Blaubemützter

    Alexander MorgenrothAlexander Morgenroth in Rolle

    Alexander Morgenroth

    Berliner Parteigenosse

    Valerie ZachValerie Zach in Rolle

    Valerie Zach

    Blaubemützte

    Robert OrtnerRobert Ortner in Rolle

    Robert Ortner

    Dr. Galleitner / Zweiter Unauffälliger

    Bernadette PrähoferBernadette Prähofer in Rolle

    Bernadette Prähofer

    Frau Klobassa

    Evi BauerEvi Bauer in Rolle

    Evi Bauer

    Frau Blau, Jüdin

    Stefan KreilingerStefan Kreilinger in Rolle

    Stefan Kreilinger

    Erster Unauffällige, Geheimpolizist

    Elke KaiserElke Kaiser in Rolle

    Elke Kaiser

    Wirtin

    Jakob HirmerJakob Hirmer in Rolle

    Jakob Hirmer

    Doktor von Lamm, Gestapo

    Nadine KonietznyNadine Konietzny in Rolle

    Nadine Konietzny

    Mizzi Haberl, Prostituierte / führt durchs Stück

    Guido DrellGuido Drell in Rolle

    Guido Drell

    Herr Knabe, ausgebombter Berliner / führt durchs Stück



    Musik



    Florian Strober

    Florian Strober

    Percussion/electronics/vocals

    Clemens Riedl

    Clemens Riedl

    Keys/electronics/trumpet



    Regie und Produktion

    Robert Ortner

    Regie

    Wolfgang Dorfner

    Produktion

    Kerstin Kaseder

    Bühnenbild

    Technik und Organisation

    Ralf Kuchler

    Technik

    Gunnar Bresnik

    Bühne

    Gerhard Ortner

    Licht

    Sonja Huber

    Maske

    Tina Rechl

    Kostüme, Assistenz

    Elke Kaiser

    Requisiten

    Lina Reczko

    Kassa

    Annemarie Huber

    Kassa

    Ines Reinelt

    Kassa

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    Komplette Aufführung

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    Trailer